Der Baumschuler








Arbeitsabläufe/Tätigkeitsbereiche


AlleebäumeVom Pflanzplan bis zum Versand: Arbeitsabläufe in der Baumschule

Egal, ob Steckling oder Jungpflanze, ihre Auspflanzung ins Freiland bedarf gründlicher Planung. Zwar mag etwa Heidekraut nach zwei Jahren verkaufsfertig sein, doch bis große Alleebäume in den Versand gehen können, werden sie fast über zwei Jahrzehnte kultiviert. Die meisten Baumschulen bieten zudem jedes Jahr jungwüchsige Verkaufsware an, die fortlaufend und gestaffelt angebaut wird. Wie viel Fläche steht zur Verfügung? Welche Jungpflanzen sind vorhanden, welche müssen noch dazu gekauft werden? Dies und mehr muss vor jeder Auspflanzung bedacht werden.

 

 

 


Der Pflanzplan wird aufgestellt

Für Unterstützung sorgt ein Pflanzplan. Mit seiner Hilfe lässt sich der Platzbedarf einschätzen und die Auspflanzung so einteilen, dass möglichst diejenigen Gehölze zusammen stehen, die ähnlich kultiviert und zur selben Zeit gerodet werden.

 


Kulturfolgen beugen Bodenmüdigkeit vor

Werden mehrmals hintereinander gleiche oder ähnliche Pflanzen auf einer bestimmten Fläche angebaut, kann es zu Bodenmüdigkeit kommen. Um in Folge „Wachstumsdepressionen“ der Gehölze vorzubeugen, halten Baumschuler/innen bestimmte Kulturfolgen ein.

So weiß man aus Erfahrung, dass sich Obstgehölze beispielsweise nicht gut entwickeln, wenn sie auf einem Quartier verschult werden, auf dem zuvor Rosen angebaut wurden. Problemlos möglich ist es hingegen, dort zunächst Laubbäume, dann Nadelgehölze und erst wieder in einigen Jahren Obstbäume anzupflanzen.

 


Die Verschularbeiten beginnen

Verschult wird ungefähr ab Ende Februar. Den Auftakt machen die sommergrünen Pflanzen, gefolgt von immergrünen Laub- und Nadelbäumen. Während Containerpflanzen das ganze Jahr über verpflanzt bzw. umgetopft werden können, steht die Verschulung der Nadelgehölze erst im Herbst auf dem Programm.

Nachdem der Boden gelockert wurde, bereitet man beispielsweise mit Rillenziehgeräten Furchen vor, in die bewurzelte Stecklinge im festgelegten Abstand eingesetzt werden – oder es kommen Pflanz- und Verschulmaschinen zum Einsatz.

Damit die Gehölze optimal Licht bekommen, verlaufen die Reihen zumeist in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Legt man die Gehölzreihen zudem möglichst lang an, ist der Maschineneinsatz besonders effektiv.

 


Nach dem Rückschnitt verzweigen Wurzeln besser

Vor der Verschulung wird das Wurzelwerk der meisten Gehölze fachgerecht zurückgeschnitten. Das hat den Effekt, dass sich die Wurzeln nach der Pflanzung besser unter der Bodenoberfläche verzweigen. So wird verhindert, dass sich dicke Wurzeln herauszubilden, die bis weit ins Erdreich reichen. Rückgeschnitten wird bei vielen Gehölzen gleich Bündelweise, bei Bäumen wird Wurzel für Wurzel eingekürzt. Damit die Pflanze nicht aus dem Lot gerät, erhalten auch die oberen Pflanzenteile einen Rückschnitt.

 


Kultiviert, gepflegt und erzogenKultiviert, gepflegt und erzogen

Im Verlauf der Wuchsperiode ( vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein ) werden die Gehölze entsprechend ihren Ansprüchen mit Nährstoffen versorgt. Sie erhalten – wenn notwendig – einen Erziehungsschnitt, ihr Standort erhält eine umfassende Bodenpflege und die Baumschuler/Innen sorgen dafür, dass die Pflanzen vor Krankheiten geschützt werden.

 

 

 

 

 


Ein Eintrag ins Quartierbuch sorgt für Durchblick

Nach der Verschulung wird der Pflanzenbestand in das Quartierbuch eingetragen. Dokumentiert werden darin nicht nur Quartierlage und -nummer, Reihenanzahl, Menge, Sorte und Qualität der Pflanzen, sondern auch alle späteren Kulturmaßnahmen und Qualitätskontrollen.

 


Containerpflanzen mögen keinen Bodenfrost

Containerpflanzen mögen keinen BodenfrostFür die Kultur von Containerpflanzen ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende Wässerung der Pflanzen zu achten. In der kalten Jahreszeit übertragen sich niedrige Temperaturen rasch auf die Containersubstrate. Weil sie vielfach vor Bodenfrost geschützt werden müssen, überspannt man sie zum Beispiel mit Kunststoffnetzen oder niedrigen Folienzelten.

Containerpflanzen verfügen stets über ihr volles Wurzelvolumen und können daher ganzjährig gepflanzt werden. Einzige Voraussetzung: der Boden muss frostfrei sein.

 


Herbst ist Rodezeit

Herbst ist Rodezeit Im Sommer wird bereits begonnen, die für den Verkauf vorgesehenen Gehölze auszusuchen und entsprechend den geltenden Gütebestimmungen zu etikettieren. Wenn ungefähr Ende September die Rodezeit beginnt, werden die im Boden kultivierten Gehölze mit den passenden Rodemaschinen Reihe für Reihe aus dem Boden gehoben – zunächst Nadelgehölze und immergrünen Laubgehölze, danach sommergrüne Bäume und Sträucher.

 


Immer gut verpackt: Abtransport, Einschlag und Versand

Immer gut verpackt: Abtransport, Einschlag und Versand Unmittelbar nach dem Roden werden die Gehölze sortiert, gebündelt, Gehölze mit Ballen mit einem Ballentuch versehen, vielfach mit einem Drahtgeflecht zusätzlich stabilisiert und – je nach Gehölzart – in Paletten auf Tiefladern oder Anhängern abtransportiert. Frontlader oder Lastkräne stellen eine schonende Verladung großer Bäume und Solitärsträucher sicher. Damit es nicht zu Qualitätseinbußen kommt, werden die Gehölze sofort eingeschlagen , fachgerecht gelagert oder in Kühlhauser (technik_technik) gebracht.

Als letzte Maßnahme im Versand werden die Gehölze auftragsgemäß zusammengeholt und an der Verladestelle auf Lkw‘s umgeladen. Ab geht´s!

 

 

 

 

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