Der Baumschuler








Naturkreislauf


Perfektes Recycling: In der Natur wird nichts verschwendet

Perfektes Recycling: In der Natur wird nichts verschwendet Ob Mensch, Tier oder Pflanze – sie alle erhalten die Energie, die sie für ihre Lebensprozesse brauchen, von der Sonne. Doch als einzige Lebewesen sind Pflanzen in der Lage, ihre Nahrung selbst herzustellen – dank Fotosynthese. Der komplizierte biochemische Prozess ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Denn dabei produzieren Pflanzen nicht nur ihren Nährstoff, das Traubenzucker, sondern vernichten gleichzeitig Kohlendioxid und erzeugen den für uns Menschen lebensnotwendigen Sauerstoff.

 


Ohne Fotosynthese gäbe es keinen Sauerstoff

Ohne Fotosynthese gäbe es keinen SauerstoffVereinfacht lässt sich der komplexe Vorgang so beschreiben: Mit Hilfe des grünen Blattfarbstoffs – auch Chlorophyll genannt – nehmen Pflanzen Licht auf. Gleichzeitig gelangt über Spaltöffnungen an der Unterseite der Blätter Luft in deren Inneres. Mit ihren Wurzeln saugen Pflanzen mineralienhaltiges Wasser an. Zusammen mit dem Kohlendioxid aus der Luft bilden sie daraus Sauerstoff, den sie an ihre Umwelt abgeben. Dabei entsteht außerdem Traubenzucker, den Gehölze in alle Pflanzenteile weitertransportieren. Sie bilden aus diesem „Powerstoff“ nicht nur Holz, Rinde und Blätter, sondern auch Samen für neue Pflanzen. Das aufgenommene Wasser wird über die Blätter verdunstet.

Beim Übergang in die kalte Jahreszeit setzen Bäume ihren Stoffwechsel regelmäßig auf Sparflamme: Chlorophyll wird nicht mehr gebildet, die Blätter verfärben sich. Weil im Winter die Wurzeln aus der gefrorenen Erde nicht mehr so viel Wasser aufnehmen können, wie die Blätter verdunsten, hat die Natur eine ökonomische Lösung gefunden: Bevor Gehölze austrocknen und Blätter Frostschäden erleiden, wird die Belaubung kurzerhand abgeworfen.

 


Bodentiere produzieren fruchtbaren Humus

Ein Buchenwald etwa verliert pro Jahr und Hektar 80 Tonnen Laub. Er wäre ziemlich schnell „zugeschüttet“, gäbe es nicht Organismen, die das Laubwerk zusammen mit anderen organischen Stoffen – abgestorbene Pflanzenteile, zu Boden gefallene Blüten und Früchte, tote Tiere – abbauen. Während Milben, Schnecken und andere Bodentiere diese Stoffe zersetzen, werden ihre Ausscheidungen immer wieder von anderen Organismen gefressen und ausgeschieden. Auf diese Weise entsteht fruchtbarer Humusboden.

Auf einem Hektar Waldboden – so auch in den Anzuchtquartieren der Baumschulen – leben zigtausend Regenwürmer, die jährlich an die 20 Tonnen Erde „verdauen“. Während sie sich fleißig durch den Boden fressen, hinterlassen sie unzählige Gänge: Der Boden wird besser durchlüftet, das Wasser verteilt sich gleichmäßiger und die Gehölzwurzeln können leichter in den Boden eindringen. Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien bauen den Humus so lange weiter ab, bis nur noch Mineralien zurückbleiben. Diese Nährstoffe nehmen die Gehölze über ihre Wurzeln sofort wieder auf. Im Frühling bringen Laubgehölze ihren Stoffwechsel wieder auf Hochtouren, Blätter entstehen, es wird wieder Chlorophyll gebildet und – der Kreislauf beginnt von neuem.

 

 

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